I survived Taku

Man muss nur ein wenig Glück haben. Nachdem ich ja mit Gegenwind, Erfrierungen und Gepäckverlust gestraft wurde scheint es nun, dass ich doch ein wenig für meine Mühen belohnt werde.

26.10.2012

Nachdem ich ja meinen letzten Beitrag von meinem Warmshowers.org Host aus geschrieben habe, sitze ich nun an Bord der ersten von zwei Fähren von Haines über Juneau, Petersburg, nach Prince Rupert. Meine Erfrierungen sind immer noch recht unangenehm, aber das wird schon. Von meinem letzten Stop in Haines Junction, bis hier her zum Hafen in Haines, waren es ca. 240 km, da ich aber nur knapp 1 1/2 Tage Zeit hatte musste ich per Anhalter fahren.

Nun ist zu dieser Jahreszeit recht wenig los, auf den Highways von Yukon, man könnte teilweise ungestört sein Mittagessen mitten auf der Straße zubereiten und essen. 🙂 Ich dachte mir aber trotzdem, dass ich mal mein Glück versuche, nach ungefähr einer Stunde und 3 Autos war ich dann aber nicht mehr unbedingt so zuversichtlich. Zu meinem Glück wurde ich dann aber von John mitgenommen, der auch mit der Fähre fahren wollte. Nach einer rasanten Fahrt, durch dass kanadische Hochland, sind wir dann wieder in Alaska angekommen. Ich hatte gar nicht daran gedacht, dass Haines ja wieder 50km innerhalb der USA liegt.

Vor Ort wurde ich dann auch gleich noch eingeladen, das Hotelzimmer mit zu nutzen, da das eh immer Doppelzimmer sind. Also neben einer kostenlosen Mitfahrgelegenheit, auch noch ein kostenloses Zimmer. Sehr genial 🙂 Da wir in Juneau auch eine Nacht Aufenthalt haben, werde ich dort auch wieder in den Genuss eines tollen Zimmers kommen. Ich bin sehr begeistert. Als Geschäftsreisender ist John sehr froh, dass er jemanden zum quatschen hat, also sind alle zufrieden. 🙂

In Prince Rupert ist es dann aber endlich wieder soweit, daß ich mich auf mein Rad schwinge und im ursprünglichen Sinne Kanada für mich entdecke. Ich bin gespannt was da auf mich zukommt…

29.10.2012

Die Entdeckung einer neuen Gelassenheit.
Es ist Montag Abend und ich bin nach wie vor an Bord der Fähre „Taku“. Laut dem Fährplan werden wir morgen früh um 04:00 Nachts Prince Rupert erreichen. Das war es dann aber auch schon zum Thema gewöhnlich. Wir befinden uns nämlich nach wie vor im Hafen von Petersburg, außer einem Hafen und einer wirklich kleinen Stadt, gibt es hier…. Ehhhmmm ja, Berge und Wasser.
Seit heute morgen um 07:00 liegt die „Taku“ aufgrund eines Ruderschadens hier vor Anker. Die gute Nachricht, morgen um 13:00 geht es weiter, der Haken, wir fahren nicht nach Rupert, sondern zu einem anderem Hafen, von dort aus fahren wir dann mit einem anderem Schiff weiter, am Samstag dem 03.11. ja das ist richtig, 4 (Vier) Tage später, wir sitzen dort 4 Tage lang fest und wissen auch noch nicht genau was uns vor Ort erwarten wird. „Alaska the last Frontier“ 🙂

Warum bin ich trotzdem bester Laune? Nun, es befinden sich ca 30-40 Reisende an Bord, die alle extrem gelassen sind, es gab kein Gemecker, keine Beschwerden: „So ist das nunmal, wenn man mit der Fähre unterwegs ist.“ Jeder, der schonmal am Bahnhof oder am Flughafen die Reaktionen bei 1-2 Stunden Verspätung erlebt hat, kann da ein paar andere Stories erzählen.

Ich wüsste übrigens auch nicht, worüber ich mich beschweren könnte, ein trockener Schlafplatz, interessante Menschen, warme Duschen, gerahmt von wunderschöner Natur gekrönt mit kostenlosem Essen. Da dies die letzte Tour des Kapitäns ist, gab es zusätzlich zum normalen Essen heute ein Buffet mit Rippchen, Cordon Bleu, Kuchen und sonstigen Leckerein noch obendrauf.

Ich habe hier an Bord auch Hideki aus Japan kennengelernt (Hidekis’s Blog), er ist gerade mit dem Fahrrad von Argentinien aus auf dem Weg nach Anchorage, kehrt aber genauso wie ich wegen der Kälte um und fährt jetzt nach Vancouver. Er hat mir ein paar tolle Tipps für Mittel-Amerika geben, und mit etwas Glück treffe ich ihn später in Vancouver noch mal wieder.

Jetzt werde ich mein Buch lesen und dann gemütlich schlafen, ich schreibe dann wieder, wie die 4 Tage Aufenthalt gelaufen sind, ich denke, dass wird genug Material für einen tollen neuen Beitrag geben 🙂

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5 Antworten zu “I survived Taku

  1. Solange du nur quatschen musst…;-)

  2. Nach Wochen im kalten Zelt ist so ne Gratiskreuzfahrt doch ganz nett 🙂 Ich hoffe, du hast es dir gut gehen lassen und das Buffet ordentlich ausgebeutet. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Bericht!!
    Ganz liebe Grüße
    Wiebke

  3. Ich bin immer wieder in Kontakt mit Jim aus Anchorage, der wissen will wie es Dir geht. Ich versuche ihm ab und zu einen Abstract zu geben (soweit es mit zu nachtschlafender Zeit möglich ist). Es gibt also eine Menge Leute, die mit Dir sind! Alles Gute weiterhin!

  4. Ich freue mich in dem Text wieder ganz viel von dem Ben zu lesen wie ich ihn kenne. Immer wieder nach einer Hürde oder Unwegsamkeiten das schöne und wenn es auch noch so klein erscheint zu entdecken. Ist für uns daheim gebliebene auch wieder mal ein Denkanstoß über unsere tägliche Unzufriedenheit und „Meckerei“ bei den kleinsten „Problemen“ nachzudenken. Ich freue mich das Du immer wieder Menschen triffst die etwas sagen und anbieten und wirklich dann zu dem stehen. Das war ja in letzter Zeit eher nicht unbedingt zutreffend und deshalb sehe ich das meine /unsere Erziehung zu einem offenen,ehrlichen Menschen „the right Way“ war.
    Wie immer warme,mütterliche Grüße und ich bin jeden Tag in Gedanken bei Dir
    Deine MOM

  5. Das sind doch ganz gute Nachrichten, Ben. Eine Entspannungsphase ist sicher sehr hilfreich um neue Kraft zu tanken und die Blessuren zu pflegen. Toll, dass Du trotz der Menschenleere immer wieder ein paar hilfreiche und sympathische Menschen und auch «Leidensgenossen» triffst. Weiterhin viel Glück!
    Manfred

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