Yukon, Canada

Diesmal gibt es nur einen kurzen Bericht. Damit sich keiner Sorgen um mich machen muss. Ich bin hier halbwegs heile in Haines Junction, Yukon, Canada angekommen.

Bin im Moment bei meinem Warmshowers.org Host Rick und seiner Frau Carmen. Die beiden sind Super lieb und ich schlafe die Nacht hier bei ihnen und mache mich morgen auf den Weg nach Haines.

Die Sache mir dem Gegenwind war echt sehr extrem und hat mich unglaublich viel Kraft und Motivation gekostet. Als ich dann aber in Tok, Alaska, USA angekommen bin war es wirklich so das ich nach Süd-Osten abgebogen bin und der Wind schlagartig aufhörte. Das verbesserte dann auch schlagartig die Laune und es lief ganz gut vor sich hin. Man muss halt nur lange genug meckern und sich beschweren, (das können wir Deutschen ja gut ;-)) dann ändert sich schon was.

Also ab nach Süden, wird ja wärmer, denkste! 🙂
Als ich in Anchorage gestartet bin hatte ich so im Schnitt 8 – 5°C Tagestemperatur. Nach 3 Tagen wunderte ich mich dann als plötzlich so lauter weißes Zeug überall um mein Zelt rumlagt. Naja, warm und kuschelig ist es im Schlafsack ja auch wenn -5°C draußen sind. Leider ist dann mit jedem Tag die Temperatur rapide gesunken.

Nach meiner Nacht im Hotel von der ich ja letztes Mal geschrieben habe, habe ich jede Nacht im Zelt verbracht. Mein Schlafsack hat mir echt sehr, sehr gute Dienste geleistet und ich kann ihn bisher absolut empfehlen! Ich hatte leider nicht bedacht, dass ich morgens und Abends zum Zelt, Schlafsack auf und abbauen und kochen meine Fäustlinge ausziehen muss, und nur mit meinen dünnen Unterziehhandschuhen arbeiten kann. Das fordert natürlich seinen Tribut wenn man morgens bei -25°C versucht, eine Isomatte in den Packbeutel zu bekommen oder die Schnallen der Packriemen zu bedienen. Das Ergebnis der ganzen Sache ist, dass ich im Moment Erfrierungen 2. Grades an Daumen, Zeige- und Ringfinger beider Hände und 3. Grades an einem Zeh vom linken Fuß habe.
Selbst Schuld, hätte ich mir mal dickere Handschuhe eingepackt 😉 Aber ganz ehrlich, mit solchen extremen Temperaturen gleich zu Anfang habe ich wirklich nicht gerechnet, der Tagesschnitt von -10°C wahr dann immer ganz gut zu bewältigen, solange man in Bewegung bleibt.

Für mich bedeutet das aber, dass an dieser Stelle eine Grenze erreicht ist, an der ich erstmal nicht mehr weiter fahren kann/werde. Mir wurde übrigens mehrfach gesagt, dass es ungewöhnlich früh und extrem Tiefe Temperaturen für diese Jahreszeit sind. Naja, habe ich wohl leider Pech gehabt. Ich habe in den letzten 14 Tagen über 1000Km zurückgelegt, habe Berge, Schnee, Glatteis und gefrorene Bohnen bezwungen und einige tolle Eindrücke gewonnen. Trotzdem bin ich traurig, dass ich meine Tour nicht wie geplant weiter führen kann.

Meiner Motivation tut das erstmal keinen Abbruch, ich versuche Morgen im laufe des Tages nach Haines zu trampen und nehme dann von dort aus die Fähre nach Prince Rupert, das soll eine wunderschöne Fahrt sein, mit hoher Wal-Sichtungs-Wahscheinlichkeit. Ab Prince Rupert gibt es dann auch wieder menschliche Temperaturen und ich werde schauen wie mein Plan dann ab dort aussieht.

So genug mit 2 Fingern getippt, Touchpads sind echt Dreck wenn man sechs Finger bandagiert hat! ;-p Füge ich mal ein paar Videos ein, das geht noch ganz gut 🙂
Erstmal das Video von James „Jim“ dem netten Polizisten der das kurze Video von mir gemacht hat, quasi als Vorfilm:

Ben from Jim Conley on Vimeo.

Und jetzt die mit Spannung erwartete erste Folge der WebSerie von StandOut Media, viel Spass dabei:

01 Benamericana – Der Beginn einer Reise from standoutmedia on Vimeo.

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9 Antworten zu “Yukon, Canada

  1. Ben, Got your Post Card today. Thank you very much. Enjoying reading your blog., It is the only blog I have ever followed. Good luck, Neal von Elbert

  2. Hallo Ben.

    Wollte mich auch mal bei dir melden, nachdem ich mir deine Berichte durchgelesen habe und die Videos mir angesehen habe . Ein Paar kleine Infos aus der Heimat ( Deutschland Hi Hi) . 1. Einen schönen Gruß von Chrissi echt tolles erstes Video. 2. Chrissi hat sich das für das gute Fahrrad entschieden ( Danke für die Empfehlung) 3. Ich werde Tatsache am 01.03. Polizist bei der B. Polizei. Freu Freu. So jetzt zu dir . Hoffe du hast keinen Gegenwind mehr und findest noch viele hilfsbereite und nette Ureinwohner (Grins). Wie ich gelesen habe hast du es in unseren gemeinsamen Zeit bei den …… immer noch nicht gelernt das alles in den Schlafsack muss was nicht einfrieren soll , man man.! Ich (Wir) hoffen du hast weiterhin viel Spaß . P.s. deine erste Karte aus Alaska ist gut angekommen aber wo ist der Alsaka-cach.

    Gruß Stephan und Chrissi

  3. Oh man, dein Blog liest sich ja im Moment noch etwas wie ein Katastrophenbericht. Ich warte hier ständig auf ein strahlend lächelndes Gesicht von dir am Zelt.
    Aber man muss den Rahn-Faktor wohl irgendwie immer mit einberechnen. Unsere Sturheit aber genauso. Dranbleiben Ben, du bist ja keiner der sich so schnell entmutigen lässt. Auch wenn das mit den Erfrierungen ja wirklich gar nicht schön klingt.
    Wie heisst es so schön, wenn der Mist bis zum Hals steht, nur nicht den Kopf hängen lassen.
    Kopf hoch und weiter, ich wette mit dir, dass es sicherlich bald besser wird.

    Liebe Grüße von deiner Sis aus dem nicht ganz so kalten Deutschland ;3

  4. Cooles Video!! Ich will mehr!!!

  5. Verdammt Ben – das Abschiedsvideo hat mir dann doch die eine oder andere Träne ins Auge getrieben…
    Jedenfalls werde ich Dich – wenn auch nur virtuell – auf dem von Dir gewählten Weg begleiten.
    War ja nur eine kurze Zeit bei den Schattenkatzen aber als Mensch hoffe ich, das Deine Träume in Erfüllung gehe.

  6. Hallo Ben…
    Mensch, da hat die Natur es ja nicht gut mit dir gemeint…hoffe es geht mit den 6 Bandagierten und den Kumpels an den Füssen bald wieder aufwärts, sodass du deine Tour bald nach Plan fortsetzen kannst.

    Halt die Ohren steif ( bei den Temperaturen bitte nicht Wörtlich nehmen)..

    Liebe Grüße

    Marcus

  7. Viel Spaß beim Wale gucken. Hat bestimmt was entspannendes 🙂 Take care!

  8. Schön zu lesen das es wirklich immer wieder nette Menschen gibt die einem die Tür öffnen.Eben nicht wie in Deutschland wo fast jeder gleich denk der will mir nur ans „Leder“ sonder jedem eine Chance geben zu zeigen wer sie sind.
    Das mit den Erfrierungen ist wirklich mehr als nur heftig,warst du wenigstens beim Arzt? ( Typisch Mutter) Ich schicke Dir ein paar warme,mütterliche Umarmungen und bin sehr,sehr stolz auf dich und weiß Du findest Deinen weiteren Weg!
    Und bitte halte deine Kamera bereit ich freue mich schon über zahlreiche Fotos der großen Riesen die deine Überfahrt bestimmt begleiten werden.
    Ich drücke Dich ganz dolleeeee
    Deine MOM

  9. Ohje, -25 ist ja echt ne Hausnummer. Freut mich, dass dir trotz der Strapazen (das mit den Fingern tut mir echt leid…) deine gute Laune nicht abhanden gekommen ist.
    1000km mit dem Bike sind ne Menge und so finde ich es nur fair, jetzt mal 1000km mit dem Schiff zu fahren 🙂
    Aber pass auf, auch auf Fähren kann man extremen Gegenwind haben – hab ich gehört 😉

    Liebe Grüße

    Marco

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